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Sonderausstellung mit hochrangigen Gästen eröffnet

Drama der Urzeit und Fossilschätze aus Brasilien

 Im Bürgermeister-Müller-Museum wurde die Sonderausstellung „Drama der Urzeit und Fossilschätze aus Brasilien“ mit einer Vielzahl von geladenen Gästen eröffnet. Der Vorsitzende des Vereins „Freunde und Förderer des Bürgermeister-Müller-Museums“, Thomas Herrscher, begrüßte mit einer launigen Rede die Anwesenden und stellte die neueste Idee des Vereines vor. So soll zukünftig eine Patenschaft für bestimmte Fossilien von Bürgerinnen, Bürgern und Firmen Geld in die leere Gemeindekasse bringen, um das kommunale Museum zu unterstützen. Nach der Begrüßung wurden zwei Highlights der Ausstellung enthüllt. Einmal das „Drama der Urzeit“ – ein Schnabelfisch mit einem Flugsaurier im Schnabel, der wiederum  einen Fisch im Schlund und mehrere Fische im Magen hat, sowie eine weltweit einmalige Quallenplatte mit vier Wurzelmundquallen darauf.  Dr. Helmut Tischlinger erläuterte die Besonderheiten des „Drama der Urzeit“ und wies auf die Details hin.

Anschließend besichtigten die Gäste die Fossilausstellung aus Brasilien im Obergeschoss,  die mit einem ausgewöhnlichen Dinosaurier sowie verschiedenen Fischen, Pflanzen und Insekten aufwartet.

In der Sola-Halle begrüßte Bürgermeister Manfred Schneider die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Banken und Wissenschaft namentlich. Darunter den Landratsstellvertreter Peter Krauß, den stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Alexander Küßwetter und Altlandrat Dr. Karl-Friedrich Zink. Bei der Begrüßung der Wissenschaft bemerkte er scherzhaft, dass heute Abend halb München in Solnhofen vertreten sei, wie Dr. Winfried Werner, stellvertretender Direktor der Bayerischen Staatssammlung für Geologie und Paläontolgie, der „Archaeopteryxpapst“ Dr. Peter Wellnhofer und viele weitere aktive und ehemalige Größen der Paläontologie. Auch die Leihgeber verschiedener Stücke im Museum wie Raimund Albersdörfer, die Familien Ottmann und Steil, sowie die Tochter des Altbürgermeisters und Museumsgründers Friedrich Müller, Marga Halbmeier wurden genannt. Er dankte allen Anwesenden für ihr Kommen und ihrem Interesse am Solnhofener Museum

Kritische Worte fand er dagegen zur finanziellen Unterstützung des Museums des Staates.  Die Kommune fühle sich in dieser Beziehung doch sehr alleingelassen. Der Solnhofener Bürgermeister steht zusammen mit dem Museumsleiter Dr. Röper in Kontakt mit der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen um eine Neugestaltung nach moderneren Gesichtspunkten zu verwirklichen, als auch mit der Generaldirektion der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, um eine Präparatorenstelle in Solnhofen einzurichten. Das Land Bayern sollte diese Stelle übernehmen, da nicht nur kommunale Fossilien in Solnhofen lagern, sondern auch viele Stücke dem Staat gehören und nicht präpariert werden können.

Den Fachvortrag hielt dann der Museumsleiter Dr. Martin Röper. Er stellte die Brasilienausstellung mit dem Augenmerk auf den Dinosaurier vor, der seiner Ansicht nach durchaus dem Stellenwert eines Archaeopteryx entspricht. Er gehört zu den Kostbarkeiten der brasilianischen Erdgeschichte. Des Weiteren wies er auf den besterhaltensten Flugsaurier aus der Kreide von Brasilien hin, der nahezu identisch mit den Pterodactylus-ähnlichen Tieren aus dem Jura ist. Er stellte auch  die Santana- und Crato- Fossilien aus dem von rosa Sandsteinen gebildeten Hochplateau von Araripe im Nordosten von Brasilien vor. Verblüffend ist die Ähnlichkeit der Steinbruchlandschaften von Solnhofen und Brasilien. Besonders hob er auch die Stiftung der Vierquallenplatte von Monika Rothgaenger, einer nahezu komplett gestielten Seelilie und den ersten beiden kompletten Gorgonien aus Solnhofen von Jörg Steil hervor und dankte dabei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Gönnern und Stiftern des Museums, ohne deren Arbeit und Leihgaben das Haus nicht bestehen könnte. Besonders dankte er Dr. Burkhard Pohl vom Wyoming Dinosaur Center in den USA sowie Annesuse Raquet-Schwickert, die die Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt haben. Er ist sich sicher, dass nur eine internationale Kooperation,  zusammen mit  Stücken  aus Solnhofen, den Erfolg des Museums sichern können.  Abschließend lud er alle Sammler, Wissenschaftler und Interessierten mit einem Zitat von George Gaylord Simpson  „Die Jagd nach Fossilien ist bei weitem der spannendste Sport. Sie birgt den ganzen Nervenkitzel des Glückspiels, aber ohne seine lasterhaften Seiten. Der Fossilienjäger tötet nicht, er erweckt zum Leben. Dieser Sport mehrt die Schätze menschlichen Wissens.“ zur Kooperation ein, um weiterhin möglichst vielen Menschen die Originale der besten Fossilfunde zugänglich zu machen.

Bevor Bürgermeister Schneider zum Stehempfang lud, bedankte er sich noch im Namen der Gemeinde mit  kleinen Geschenken  bei allen Helfern und den Leihgebern  Dr. Pohl und Frau Raquet-Schwickert,  ohne die eine solche Ausstellung nicht möglich wäre.  Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellung von den „Diatonischen Druckknöpf“.

Die Sonderausstellung ist bis 6. November 2011 täglich von 9 – 17 Uhr geöffnet. Informationen, auch zu Führungen, erhalten Sie direkt im Museum unter Tel. 09145/832030.

 Dr. Martin Röper und Monika Rothgaenger nach der Enthüllung der Quallenplatte

Bgm Schneider mit den Musikern der „Diatonischen Druckknöpf“